red line

„Teile und Herrsche“ war das römisch-kaiserliche Motto.

Der Gewölbesaal wird von Jung und Alt zu verschiedenen Anlässen fleißig genutzt. Als Ausstellender, der aus der Schweiz kommt, ist diese Ausstellungsgegebenheit bekannt.

Was stelle ich aus, was beseelt die verschiedenen Anwender des Saals? Wie beherrsche ich den Raum? Vielleicht meine abstrakten „Plasmistischen“ Oelbilder oder diejenigen mit nackten Körpern, zusätzlich die abstrakten Grafiken und Kärtli aufhängen? Ohne eigenes Auto den aufwändigen Transporte der Bilder zu organisieren, darüber hinaus die Zollformalitäten zu erledigen, auch wenn dies keine Verkaufsausstellung ist? All diese Faktoren haben mich dazu bewogen, meine finanziellen wie künstlerischen Möglichkeiten auszuweiten und diesem Raum, dessen Funktion und deren Benutzer einen offenen Umgang mit kreativen Grenzen zu bieten.

Der Gewölbesaal ist ein stiller Ort, beidseitig wird er durch Fenster erhellt. Die gekrümmte Decke mit ihren schlichten Bögen, Pfosten und Eckpfeilern erzeugt eine sinnliche Stimmung. Der gewölbte Raum wird architektonisch durch einen dahinter liegenden Saal zerschnitten. Mit seiner Balkendecke einem Rittersaal gleichend, wirkt er als vollkommener Kontrast zum vorderen Teil.

Meine künstlerische Intervention setzt hier ein: ich stelle die Verbindung und Harmonisierung der Räume und deren Benutzer in unterschiedlichen Altersgruppen her. Ich gebe dem Raum Farbe, die dominant ist und auf Beleuchtung reagiert und trotzdem nicht stört. Die Form der –Red Line- ragt körperhaft in den Raum und hebt sich von der Wand ab, wirft Schatten und reflektiert das Licht.

Die Folgerung daraus ist eine schlichte und zurückhaltende Installation für die Ausstellung. Ein Band, das zart und spielerisch vor den Wänden und über den Köpfen hängt, den Raum teilt und gleichermassen die Räume poetisch und ästhetisch vereint, eine Linie zeichnend, die herrscht und den Ausstellungsraum beherrscht.